Wer jetzt an schuppige Haut denkt und den Fischgeruch nicht aus der Nase bekommt, geht weit fehl.
Was steckt hinter der dieser neuen Methode des Wundverschlusses?
Sie wissen sicher, was eine Hauttransplantation ist. Ja, man nimmt Haut von einer Stelle des Körpers und verlegt sie an eine Stelle, wo die Haut eine Lücke hat. Das ist natürlich schmerzhaft, braucht meist einen stationären Aufenthalt und stellt einen operativen Eingriff dar.
Eine Fischhauttransplantation ermöglicht eine sichere und schnelle Wundheilung mit hoher Praktikabilität, guter Verträglichkeit und großer Patientenzufriedenheit. Dieses Transplantationsverfahren liefert außerdem hervorragende kosmetische Endergebnisse und benötigt keine Narkose, keinen stationären Aufenthalt und verläuft in der Regel schmerzfrei.
Porendichte und -durchmesser der Fischhautmatrix ist der menschlichen Haut sehr ähnlich und fördert eine rasche Bildung neuer Blutgefäße in der Wunde und das Einwachsen körpereigener Zellen, inklusive Fibroblasten, welche letztendlich die Fischhautmatrix ersetzen. Das Präparat muss daher nicht entfernt werden und löst sich von selbst auf. Die in der Fischhautmatrix enthaltenen Omega-3-Fettsäuren wirken antiinflammatorisch (entzündungshemmend) und antibakteriell (tötet Bakterien ab) und verhindern dadurch eine Übertragung von Infektionen über das Transplantat. Die Narbe, die entsteht ist elastischer und belastbarer und Schmerzen werden reduziert.
Eine Fischhauttransplantation kann in Anschluss an eine Tumorentfernung oder nach Debridement (Wundgrundbereinigung) auch ambulant oder vor Ort unter Einhaltung der üblichen hygienischen Bedingungen eines lokalen Eingriffes durchgeführt werden. Dies bewährt sich bei älteren, schlecht mobilen Personen, die einen grossen Teil unserer Wundpatienten ausmachen.
Langes Warten auf einen OP-Termin erübrigt sich genauso wie eine aufwendige Nachsorge. Die üblichen ambulanten Verbandswechsel reichen vollkommen aus.
- Die mikroskopische Struktur der Fischhaut ist der menschlichen Haut zum Verwechseln ähnlich. Deshalb fühlen sich menschliche Stammzellen im Gerüst der Fischhaut besonders wohl und wandeln sich schnell in körpereigene Hautzellen um.
- Es gibt keine übertragbaren Krankheiten vom Fisch auf den Menschen. Deshalb ist keine aufwendige Sterilisation notwendig, die die Qualität des Fischhaut-Transplantats unnötig verringern würden.
- Studien zeigen, dass die Wundheilung mit Fischhaut dreimal schneller verläuft als bei herkömmlicher, offener Wundbehandlung.
- Fischhaut kann insbesondere bei Problemwunden angewendet werden, bei denen Knochen oder Sehnen freiliegen. Dies erspart oft plastisch-chirurgische Eingriffe und komplizierte Hauttransplantationen.
- Die Haut des Kabeljaus ist reich an Omega-3-Fettsäuren, die nicht nur entzündungshemmend und keimabtötend wirken.







